Test: Outwell San Diego

Nachdem ich einige Male mit einem „konventionellen“ Vorzelt unterwegs war, war ich nur noch genervt. Es hat mir einfach zu lange gedauert, und man konnte locker zwei Personen mit dem Auf- und Abbau beschäftigen. Meine Schmerzgrenze lag bei drei Übernachtungen – sonst lohnte sich das einfach nicht.

Ein aufblasbares Vorzelt hörte sich nach einer guten Alternative an, versprechen die Hersteller solcher Zelte doch einen kinderleichten und minutenschnellen Aufbau. Optisch gefiel mir das Outwell San Diego am besten, also habe ich einfach mal eins aufgetrieben und ausprobiert.

Der erste Aufbau war in weniger als 30 Minuten erledigt, einfach mit dem Kederband in die Kederschiene einfädeln, aufpumpen, Boden fixieren, abspannen, gekühltes Bierchen aufmachen.

Alternativ lässt sich das Zelt auch mit dem Schleusenstab am Fahrzeug befestigen oder über das Fahrzeugdach spannen. Nicht benötigtes Zubehör sollte man gleich aussortieren, denn mit ein paar extra Erdnägeln für widerspenstigen Untergrund und einem Hammer knackt das verpackte Vorzelt schnell die Grenze von 20 Kilogramm.

Laut Hersteller könnte man jetzt sogar mit dem Wagen wegfahren, und das Zelt wartet geduldig. Doch wie das rein praktisch mit dem Kederband funktionieren soll, das fest mit der Schleuse verbunden ist, ist mir schleierhaft. Zum Glück hatte ich ein zweites Kederband und ein Verbdindungsprofil dabei, damit ist es tatsächlich kein Problem. Man sollte aber unbedingt markieren, wo man vorher mit dem Wagen gestanden hat, damit man in etwa die alte Parkposition wieder einnehmen kann – dann geht das Verbinden mit dem Zelt in wenigen Sekunden von der Hand.

Über ein Detail sollte man sich aber im Klaren sein: Nicht nur das Gewicht, sondern auch das Packmaß eines aufblasbaren Vorzeltes sind erheblich größer als bei einem konventionellen Vorzelt. Wer schon jetzt auf jeden Kubikzentimeter im Bus achten muss, wird das sehr deutlich zu spüren bekommen. Im T5 ist die Rückbank auf jeden Fall mit dem Zelt voll belegt, die Pumpe wird separat aufbewahrt, da sie nicht mit in die Tasche passt.

Nicht ganz optimal finde ich die Bauform des Zeltes, denn durch die schräg abfallenden Wände geht im Innenraum eine Menge Platz verloren – zumindest kann man nur in einem kleinen Teil des Zeltes stehen. Gleichzeitig benötigt man für das Zelt aber auch sehr viel Grundfläche, so dass es auf einigen Campingplätzen kaum möglich ist, das Zelt samt der Abspannung auf seiner eigenen Parzelle unterzubringen. Daher gehen einige Hersteller auch dazu über, eher eine Pavillonform zu wählen, um den Innenraum zu maximieren. Das ist aber auch ein Stück weit Geschmacksache.

Fazit

Ich bin ein Fan des Outwell San Diego. Auch wenn man mit knapp 700 Euro Straßenpreis etwas tiefer in die Tasche greifen muss, bekommt man dafür doch ein sehr solides und bis ins letzte Detail durchdachtes Zelt. Mir hat es richtig Spaß gemacht, das Zelt aufzubauen – sogar das Abbauen ging fix, mittlerweile brauche ich keine 15 Minuten mehr dafür. Dank der großzügig geschnittenen Tasche bekommt man das Zelt auch wieder ordentlich verpackt, auch wenn man es nicht wieder auf die Auslieferungsgröße gepackt bekommt.

Die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau, es gibt keine labberigen Aluheringe, die man nicht gerade in den Boden gerammt bekommt, keine Nähte, die beim ersten Aufbau schon an die Schmerzgrenze strapaziert werden und keine Reißverschlüsse, die vor etwas Regen kapitulieren.

Ich empfehle aber dringend, eine Bodenschutzfolie zu kaufen, denn der Boden macht auf Kiesuntergrund nicht unbedingt den Eindruck, unverwüstlich zu sein. Und ein Hammer macht dem Camper das Leben zusätzlich etwas leichter, denn meist leistet der Boden doch ein wenig Widerstand.

Bei dem Preis wäre es sicher nicht zu viel verlangt, beides mit in die Tasche zu werfen.

Da ich mit dem VW Bus unterwegs bin, habe ich das erwähnte Platzproblem mit einem zusätzlichen Wurfzelt gelöst. Wenn ich das Vorzelt mal nicht aufbauen möchte, bewahre ich es draußen im Wurfzelt auf. So habe ich im Innenraum meiner Karre etwas mehr Platz.

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